Fr 28.9.2018

Workshops Friday 28.9.2018:

 
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H-1-01 10:15 - 11:30 28.09.2018
Workshop WS05
Blick in die Zukunft – Tierversuchsfreie Forschung bis 2025?!
Sowohl regulative Hürden als auch öffentlicher Druck und die Erkenntnis, dass Tierversuche häufig nicht auf die Situation im Patienten übertragbar sind, erhöhen stetig den Druck, auf alternative Methoden umzuschwenken. Als erstes Land haben daher die Niederlande angekündigt, bis 2025 auf tierversuchsfreie Forschung umzustellen. Das Vereinigte Königreich möchte bis 2030 folgen. Vor welchen Herausforderungen steht also die ophthalmologische Forschung in Deutschland und welche Lösungsansätze gibt es, um trotzdem eine sichere und zuverlässige Forschung zu garantieren? Der Workshop gibt einen Einblick in aktuelle State-of-the-Art Verfahren und zukünftige Ansätze.
Stephanie Joachim (Bochum)
Sven Schnichels (Tübingen)
Kristina Wagner (Neubiberg)
Eine Zukunft ohne Tierversuche ist möglich. Doch was wird gebraucht, um den Weg zu ebnen? Wie kann dieses Ziel erreicht werden? Es wird vorgestellt, was Strategien zum Ausstieg aus Tierversuchen beinhalten sollten und welche Beispiele bereits erste Erfolge zeigen.
Alexa Klettner (Kiel)
Die Verwendung von Zellkulturen in der medizinischen Forschung bewegt sich im Spannungsfeld der relativ einfachen Machbarkeit und der Frage nach der Übertragbarkeit auf die in-vivo Situation. Neben den Zelllinien, die einen hohen experimentellen Durchsatz ermöglichen, bietet die Zellkultur aber durchaus Möglichkeiten, sich der in-vivo Situation anzunähern und so die Notwendigkeit von Tierversuchen zu verringern. Hierbei spielen insbesondere organspezifische primäre Zellen sowie Ko-Kultur Ansätze eine wichtige Rolle.
Sven Schnichels (Tübingen)
Um die Erkrankungsprozesse von nahezu allen retinalen Erkrankungen zu erforschen, werden bisher hauptsächlich Tiermodelle eingesetzt. Eine gute Alternative, die zur Reduktion der Tierversuche in der ophthalmologischen Forschung beitragen kann, bieten Retinaorgankulturen aus Augen von Schweinen und Rindern. Diese fallen als Abfallprodukte in der Lebensmittelindustrie und können relativ leicht für die Forschung genutzt werden. In diesem Beitrag werden verschiedene Organkulturen aus Schlachthoftieren vorgestellt und deren Vor- und Nachteile diskutiert.
Reyk Horland (Berlin)
Christoph Ullmer (Basel)
Ziel der pharmazeutischen Forschung ist es, innovative Therapien zu entwickeln, gleichzeitig die Anzahl der Tierversuche zu reduzieren und diese langfristig durch neue in vitro Modelle zu ersetzen. In der ophthalmologischen Forschung gilt es daher, in vitro Testsysteme zu entwickeln, welche die komplexe Situation im erkrankten humanen Auge wiederspiegeln, um die Verträglichkeit und Wirksamkeit von neuen Wirkstoffen vorherzusagen. Solche in vitro Testsysteme werden anhand von Beispielen aus der Roche Forschung und Zusammenarbeiten diskutiert werden.